Alle 90.000km sollte bei einem Golf der Zahnriemen gewechselt werden, so steht es im Betriebshandbuch. Diese Arbeit kann mit etwas technischem Sachverstand, den nötigen Werkzeugen und etwas Vorsicht auch leicht selbst gemacht werden. Die nötige Vorsicht liegt darin begründet, dass es bei demontiertem Zahnriemen leicht möglich ist das sich Kurbelwelle und Nockenwelle des Motors gegeneinander verdrehen. Dies kann schnell zu irreparablen Schäden am Motor führen. Bei Motoren mit mechanischer Einspritzpumpe ist es darüber hinaus auch noch möglich das sich die Antriebswelle der Pumpe verdreht und somit die Einspritzzeitpunkte nicht mehr stimmen.
In diesem Artikel beschreibe ich anhand von ein paar Fotos wie man beim Zahnriemenwechsel vorgehen kann um das verdrehen der Wellen des Motors gegeneinander zu verhindern. In diesem Fall handelt es sich beim Fahrzeug um einen Golf II Diesel.
Vorweg eine Warnung: Es handelt sich bei dieser Beschreibung um keine offizielle Anleitung! Wer mit der eigenständigen Reparatur an seinem Fahrzeug beginnt handelt auf eigenes Risiko. Jeder der sich unsicher ist sollte mit seinem Fahrzeug lieber in eine Werkstatt fahren um die Reparatur dort durchführen zu lassen.
Nachdem alle störenden Teile (ggf. Luftfilter, Riemenscheibe an der Kurbelwelle, obere und untere Zahnriemenabdeckung) demontiert wurden entfernt man zusätzlich oberhalb am Getriebe die runde Kunststoffverschraubung. Jetzt verwendet man einen Ringschlüssel um mittels der Schraube an der Kurbelwelle auf der Zahnriemenseite des Motors den 1. Zylinder auf OT zu drehen. Dafür existiert eine Markierung die sich leicht durch die Getriebeöffnung erkennen lässt (siehe Abbildung rechts).
Jetzt sollte sich das Antriebszahnrad der Einspritzpumpe so ausgerichtet haben das sich eine kleine Bohrung im Zahnrad und eine Bohrung an der Befestigungsplatte für die Kunststoffabdeckung genau überdecken. Hier lässt sich einfach ein Stab (15mm Durchmesser) durch die Bohrungen schieben so dass eine Verdrehung der Einspritzpumpe nicht mehr möglich ist.
Zusätzlich zu der Verriegelung und der Markierung im Gehäuse des Getriebes macht man sich jetzt mit einem Dorn eine Markierung am Zahnrad der Nockenwelle (wenn diese nicht bereits vorhanden ist) von rechts durch eine Bohrung in der Befestigungsplatte für die Kunststoffabdeckung (siehe Abbildung rechts).
Durch diese drei Markierungen (bzw. zwei Markierungen und eine Verriegelung) ist es möglich, den Zahnriemen zu wechseln und eine Verdrehung zu vermeiden wenn man während des Wechsels immer darauf achtet, dass alle Zahnräder in ihrer markierten Position verbleiben.




